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Sexualität – ein krankmachender Faktor?

Von Dr. med. Ulrike Güdel
(2010)

Sexualität ist eines der Grundbedürfnisse eines Menschen.
Neben dem Wunsch nach Nahrung, dem Wunsch nach Schlaf und dem Wunsch nach Schutz gehört die Intimität und der Sex zu den Trieben, die primär erfüllt sein sollten.
Erst, wenn wir satt, ausgeschlafen, befriedigt sind und uns sicher fühlen, werden wir kreativ, aktiv und sind zu „höheren Kulturleistungen" fähig.

Wir sollten also nicht nur schauen, dass wir in sicheren Häusern leben und genug zu essen und zu trinken haben, sondern uns auch mit der Frage beschäftigen: „Wie zufrieden bin ich mit meinem Liebesleben und mit meiner Sexualität?"

Fakt ist, dass die Scheidungszahlen in den Industrieländern bei 50% liegen und die durchschnittliche Halbwertszeit einer Beziehung bei unter vier Jahren liegt. Dies bedeutet konkret, dass viele Kinder noch nicht einmal in den Kindergarten gehen- und schon haben sich ihre Eltern getrennt – und danach gegebenenfalls erneut liiert.
Was dies in einer Kinderseele anrichten kann, möchte ich im Rahmen dieses Artikels gar nicht zum Thema machen. Ich möchte nur anmerken, dass ich in vielen Biographien derlei frühe Traumen finde. Forschungen von z.B. Professor Joachim Bauer belegen, dass das, was andere fühlen, von uns über unsere Spiegelneurone ebenfalls empfunden werden kann und wird.

Streit, Ärger und Stress in der Partnerschaft schwächen, wie jeder andere äussere Stressfaktor, unser Immunsystem. Wenn also die Beziehung nicht gut läuft oder kränkelt, dann werden wir selbst auch anfälliger für Infekte oder autoaggressive Erkrankungen. Eine nicht befriedigende Partnerschaft untergräbt aber auch unser Selbstwertgefühl. Die Flaute im Bett lähmt unseren Antrieb und unsere Freude am Leben- bis hin zur manifesten Depression.

  • Was macht aber den Kick aus?

  • Wie erreichen wir eine Sexualität, in der wir selbst, aber auch unser Partner „auf seine Kosten" kommt?

  • Kann es sein, dass sich Sexualität mit den Jahren verändert? Und falls ja, in welche Richtung?

  • Was zeichnet Paare aus, die lange Zeit miteinander glücklich sind, auch und gerade im Bett?


Wenn ich mein eigenes Leben Revue passieren lasse, so stelle ich fest, dass mich in jungen Jahren vor allem das Abenteuer gereizt hat: Mich selbst zu erfahren, zu flirten, den „Marktwert" testen, war viel wichtiger, als feste Bindung und damit Verbindlichkeit.

Mit dem Wunsch nach Kindern erwacht in den meisten Frauen irgendwann dann auch der Wunsch nach einem sicheren Heim – und einem Partner, der ein verlässlicher Vater der Kinder ist und ein aufmerksamer und möglichst auch um Gleichberechtigung bemühter Mann. Oft ist es aber so, dass in den „mittleren Jahren" die Frauen mit Kindern, Haushalt und Beruf komplett gefordert (und auch zuweilen überfordert) sind. Der Sex spielt, wenn überhaupt, nur noch eine untergeordnete Rolle.
Sind die Kinder dann aus dem Haus, kann das Paar sich neu finden (sofern nicht einer der beiden vorher schon frustriert gegangen ist).
Die Zeit der ersehnten „Sturm- und kinderfreien Bude" fällt dummerweise aber oft mit den Wechseljahren zusammen. Manche Frauen sind durch Hitzewellen, Krähenfüsse und graue Haare, zusammen mit trockenen Schleimhäuten, langsamerer Erregung und Bedürfnis nach „slower sex" in ihrem Selbstwertgefühl erheblich erschüttert und benötigen mehr Zeit für eine „Sortierung" im Innen. Nicht alle Männer können das problemlos nachvollziehen, zumal ihnen diese ausgeprägten Hormonschwankungen fremd sind.

Jenseits der 60 kommen dann die Erektionsstörungen der Männer hinzu, gepaart mit dem Verlust der beruflichen Position, die in vielen Fällen eine Stütze des Selbstbewusstseins war.
„Viagra" oder andere Pillen sind nicht immer die Lösung des dahinter gelegenen Problems.

Was nun lässt Sexualität glücken?

Ganz wesentlich finde ich dabei, dass ein Mensch sich selbst zunächst „gut leiden kann".
Wer sich selbst nicht schätzt und sich selbst nicht liebenswert findet, wird sich schwerlich vorstellen können, dass ein anderer ihn mag.
Das kann zur ständigen Quelle nagender Selbstzweifel werden.
Und: Wir strahlen immer das aus, was wir in uns fühlen- und entsprechend ziehen wir auch Erfahrungen an, die unser inneres Konzept bestätigen.

Wer sich also selbst nicht liebt, erfährt Ablehnung und Zurückweisung, zuweilen sogar Ausbeutung, im aussen immer wieder.
Wer seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse nicht ernst nimmt und sich selbst vernachlässigt, wird oft vom Partner erst recht schlecht behandelt und kommt in Bezug auf Sexualität nicht zu dem, was er sich eigentlich wünscht und braucht.

Hierbei ist keinem der Partner ein Vorwurf zu machen: Sie handeln beide gemäss ihrem inneren „Skript" – ihren tief im unbewussten verankerten Prägungen.

Da jede Änderung, die ich mir im Verhalten meines Partners wünsche, zunächst einmal in meinem eigenen seelischen Innenraum geklärt sein muss, beginnt alle Beziehungsarbeit im eigenen Körper-Seele-Geist-Raum.
Dort sind alle Gebote und Verbote abgespeichert, die mein Denken, Fühlen und Handeln bestimmen. Dort ist im Energiefeld verankert, wie ich auf bestimmte „Triggersituationen" reagiere – und was mich dann in der Welt an „Lernaufgaben" erwartet.

Weil diese Prägungen und anerzogenen Reaktionsmuster aber nicht bewusst sind, brauchen viele Menschen mehrere gescheiterte Beziehungen, bis ihnen der „rote Faden" in ihrer Biographie klar wird. Psychotherapien und Selbsterfahrungskurse können helfen, oft aber versagen auch sie—weil viele Programmierungen im Nichtsprachlichen abgelagert sind.

Hier hilft mir in der Praxis die PSEnergy (Positive Selbst Entwicklung) ein grosses Stück weiter.
Mit ihrer Hilfe lasse ich den Körper „erzählen", was sich in seiner Matrix abgelagert hat – welche unverarbeiteten seelischen Wunden und Blockaden da sind. Diese können dann, ähnlich wie im Märchen vom „Rumpelstilzchen", benannt und anschliessend über homöopathische Tropfen, die der gestauten Energie wieder zum Fliessen verhilft, entmachtet werden.

An dieser Stelle beginnt dann auch die bewusste Arbeit an den eigenen Schwachstellen:
Sobald ich weiss, wie ich geprägt bin, ist der Partner nicht mehr der „Böse", den ich für mein Elend in der Sexualität verantwortlich mache. Ich kann dann erkennen, dass es meine Unsicherheit ist, mein Groll, mein Frust, mein „Hunger nach guten Gefühlen" – und kann beginnen, besser für mich selbst zu sorgen.

Je mehr ich mir damit Aufmerksamkeit und Zuwendung zukommen lasse, desto attraktiver und begehrenswerter werde ich auch wieder für meinen Partner.
Beide verstehen dann, dass es darum geht, für sich selbst verantwortlich zu sein, weil kein Mensch einen anderen glücklich machen kann.

Glück kann man zwar teilen, es entsteht aber immer im Menschen drin…und strahlt dann nach aussen.

Was hilft also zu beglückendem Sex?

  • Selbsterkenntnis – je besser ich weiss, wie ich ticke und was mir gut tut, desto besser kann ich das meinem Partner mitteilen.

  • Respekt – je mehr ich mich erkenne, desto mehr kann ich auch anerkennen, dass mein Partner anders ist als ich- dass er aber nicht mein Feind ist – und mich nicht ärgern will mit seiner Eigenart.

  • Zuneigung und Interesse – wenn ich mich mag, will ich diese Liebe teilen und bin offen für meinen Partner. Weil er auch viele Facetten hat, wie ich, gibt es immer wieder etwas Neues und Spannendes zu entdecken und er bleibt immer aufregend für mich.

  • Vertrauen – wenn ich von der Zuversicht getragen werde, dass mein Partner es gut mit mir meint und ich mich ihm daher voll Vertrauen hingebe, dann erlaube ich ihm damit auch, dies ebenfalls zu tun. So kann Nähe und Intimität wachsen und gedeihen.

  • Flexibilität –weil Menschen sich ständig verändern, dazu lernen und neue Interessen hinzukommen, ändern sich auch die sexuellen Wünsche und Neigungen. Sex nach Plan kann daher keine Lösung sein, sondern ein gewisses spielerisches Element, eine kindliche Freude an der Improvisation sollte beiden Partnern eigen sein. Gemäss dem Motto: Wenn Plan A nicht geht, dann versuchen wir Plan B, C, D oder E: Nichts muss, aber alles kann geschehen.

  • Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit – eine Vorgabe, die besonders schwer einzuhalten ist, wenn man den Partner nicht verletzen möchte. Wer jedoch negative Gefühle verschweigt, vergiftet das Beziehungsklima und reduziert die eigene Ausstrahlung. Wenn ein Unbehagen in der „Ich… Form vorgetragen wird, kommt es auf der sachlichen Ebene beim anderen an- und erlaubt ihm, darauf ebenfalls sachlich zu reagieren.


Und auch wahr ist, dass der Unterschied zwischen einer guten und einer mittelmässigen Beziehung die drei Dinge am Tag sind, die nicht gesagt werden.
Mir hilft dabei oft die Überlegung: „Ist es in 5 Jahren noch bedeutsam?"
Falls ja, dann muss es auf den Tisch- falls nein, darf ich es loslassen und meinem Partner wieder mit einem inneren Strahlen begegnen.

Fazit:

Sexualität kann glückhaft sein – wenn wir uns selbst lieben gelernt haben.
Sexualität kann aber auch krank machen – wenn wir in unseren alten Mustern, Prägungen und Triggern stecken bleiben.
Das Schöne ist, dass wir uns jeden Tag neu dafür entscheiden können, den Weg der Liebe zu gehen.

Anschrift des Verfassers:
Dr. med. Ulrike Güdel
Rathausstr. 21
6900 Bregenz
Buchtipp: Banis, U: Er will immer- sie fast nie – wie Paare dem Beziehungskrieg entgehen können, Pro Business Verlag, 2008

 
 
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